Verabschiedung von Pfr. i. R. H-J. Demuth und Begrüßung von Pfarrerin Martina Schüßler

Der Bericht der BZ sowie die Rede von Markus Becker stehen im Archiv zum Download bereit.

Bericht der Badischen Zeitung - Zell im Wiesental - 05. Dezember 2017

Dekanin Bärbel Schäfer, Pfarrer Demuth (von links) und Gemeindediakonin Rebekka Specht (rechts) begrüßen Martina Schüssler, die neue evangelische Pfarrerin in Zell. Foto: Martin Klabund

ZELL (mkl). Ein letztes Mal leitete Pfarrer Hans-Joachim Demuth den Abendmahlsgottesdienst in der voll besetzten evangelischen Kirche in Zell ein. Dabei begrüßte er die neue Pfarrerin Martina Schüssler in der Gemeinde. In seiner Predigt nahm der scheidende Pfarrer Bezug auf die Bedeutung der Adventszeit und der vier Adventssonntage. Er stellte heraus, wie wichtig und erfüllend der gelebte Glaube für die Menschen sei, bevor er feierlich die erste Adventskerze entzündete. Im Anschluss fand Dekanin Bärbel Schäfer lobende Worte für die Arbeit und das soziale Engagement von Pfarrer Demuth und seiner Frau Maria Demuth, die sich mit viel Energie um die Aufgaben der Seniorenarbeit, der Jungschargruppe, der Krippenspiele und Musikstücke sowie der Organisation der Gottesdienste verdient gemacht habe.

Mit der Arbeit des Ehepaares hätten viele positive Veränderungen in der Kirchengemeinde stattgefunden. "Es war harte Arbeit und glich einem umgepflügten Land, das neu erschlossen und entdeckt wurde", sagte Dekanin Schäfer über die Lebensleistung des scheidenden Pfarrers. Die bewegende und motivierende Art von Herrn Demuth habe geholfen, Neuland zu betreten und die Kirchengemeinde Zell mit großem Engagement in der Bevölkerung zu vertreten. 


> Rede von Markus Becker - Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderates Zell im Wiesental <

Zum Abschied von Pfarrer H.J. Demuth aus der Vakanzvertretung der evangelischen Kirchengemeinde Zell i.W. am 03.12.2017

Die evangelische Kirchengemeinde Zell bedankt sich bei Ihnen Herr Pfarrer Demuth ganz herzlich für Ihre geleistete Arbeit während der Vakanzvertretung von nun annähernd 8 Jahren.

Ohne Sie und Ihre Arbeit hier bei uns als Pfarrer wäre unser Gemeindeleben sicherlich nicht so aktiv wie es sich derzeit präsentiert. Sie haben Ihre Vakanzvertretung bei uns nicht nur einfach abgeleistet, sondern Sie waren mit Herz und Seele mit unserer Gemeinde verbunden und bleiben es hoffentlich auch in Ihrem nun wohlverdienten Ruhestand.

Bei Ihnen erkennt man, dass Sie Pfarrer aus Berufung sind. Für Sie ist Pfarrdienst mehr als nur ein Beruf. Sie leben diesen Beruf, Sie sind ein Pfarrer, so wie es sich eine Gemeinde vorstellt.

In Ihrer Zeit als Vakanzvertreter für „pastorale“ Aufgaben haben Sie in dieser Zeit Taufen und Hochzeiten sowie auch Beerdigungen mit Ihren Worten begleitet und durchgeführt.

Auch haben Sie viele Jugendliche in unserer Gemeinde auf deren Weg zur Konfirmation begleitet, haben mit den Jugendliche Freizeiten durchgeführt. Ausflüge mit ihnen geplant und gemacht. Bei einigen durfte ich Sie und die Jugendlichen begleiten. Ich erinnere mich noch gerne an Ausflüge ins Elsass oder zum Musical „Hair“ auf der Freilichtbühne in Ötigheim.

Sie haben bei uns die Krippenspiele zu Weihnachten wieder ins Leben gerufen. Haben mit den Kindern und Jugendlichen geprobt und gesungen. Es war sicherlich nicht immer einfach die Mitspieler zu motivieren, aber an Heilig Abend hat es mit dem Krippenspiel immer toll hingehauen.

Auch haben Sie zusammen mit uns schöne Gemeindefeste im Pfarrgarten organisiert und durchgeführt. Für mich war es immer ein Erlebnis, wenn wir zusammen die große Zeltjurte aufbauten. Hier zeigten Sie die Routine, die Sie als alter Pfadfinder einfach hatten.

Sie sorgten dafür, dass jeden Sonntag ein Gottesdienst in Zell stattfinden konnte. Wenn Sie dann einmal mit Ihrer Frau und Ihrer ganzen Familie in Urlaub waren, sorgten Sie immer dafür, dass Vertretungen für die Gottesdienste da waren.

Ebenso sorgten Sie dafür, dass wir auch Gottesdienste in unseren Außenbezirken der Gemeinde, also in Pfaffenberg und in Häg-Ehrsberg, stattfinden. Sie haben bei unseren katholischen Brüdern und Schwestern nachgefragt, ob wir die Kapellen in Pfaffenberg, „Maria Frieden“, und in Ehrsberg für diese Gottesdienste bekommen können. Für die Bereitschaft uns diese Kapellen zur Verfügung zu stellen, möchten wir uns auch bei der kath. Kirchengemeinde in Zell an dieser Stelle bedanken.

Sie haben ökumenische Gottesdienste am Städtlefest durchgeführt, den guten Kontakt zu Pfarrer Leppert und auch zu Pfarrer Malzacher gehalten.

Zusammen mit Ihrer Frau Maria haben Sie die Gottesdienste im Bürgerheim durchgeführt.

In Ihrer Zeit hier als Vakanzpfarrer haben Sie auch die Ankündigung der Kollekten eingeführt, so dass man immer weiß, für welchen Zweck die Spenden erfolgen. Dies hatte zur Folge, dass die Kollekte zugenommen hat. Jedes Jahr können wir hier auf einen schönen Betrag blicken, der an Einrichtungen der Kirche überwiesen werden kann und auch einen schönen Spendenbetrag, der für eigenen Zwecke in der Gemeinde verwendet werden kann.

Lange Jahre machten Sie an Heilig Abend drei Gottesdienste, die immer sehr gut besucht waren. So konnten wir an diesem besonderen Tag 250 - 300 Gemeindemitglieder an den verschiedenen Gottesdiensten begrüßen.

 

Nicht vergessen dürfen wir an dieser Stelle Ihre liebe Frau. Ohne Sie und Ihr Verständnis für Ihr Engagement für unsere Gemeinde wäre vieles sicherlich nicht möglich gewesen. Dabei haben sie sich beide als unverwüstliche Familienmenschen gezeigt:

Die Familie – wenn auch in Teilen - war oft und in großer Anzahl präsent und wurde mit in den Gottesdienst gebracht. Für Pfarrer Demuth ist es in den fast 8 Jahren immer ein wichtiges Anliegen gewesen, den eigenen Hochzeitstag dienstfrei zu haben und familiäre Anlässe mit Besuchen bei Kindern und Enkeln zu verbinden.

 Auch bei anderen Gelegenheiten zeigten beide „menschliche Züge“:

Es war durchaus möglich, dass Frau Demuth ihren Mann bei einem offiziellen Anlass (Predigt, Diskussion oder Versammlung) hinterfragte oder widersprach. Er hat sie dann gewähren lassen oder gelegentlich einfach nur „zurückgepfiffen“!

Ein Motto von Pfarrer Demuth zieht sich wie ein „roter Faden“ durch sein Handeln: „Wer schreibt, der bleibt!“. Dabei denke ich auch an die selbst geschriebenen Geburtstagskarten, mit denen er seine persönlichen (Geburtstags-) Besuche garnierte, manches „Wort“ des Trostes und des Zuspruchs, welches er weitergegeben hat. Die Vorlagen zu gemeinsamen Sitzungen und Gesprächsrunden, Texte zu Gemeindebriefen, zu öffentlichen Anlässen, um nur einiges zu nennen.

Wir blicken zurück auf eine sehr intensive, prägende Zeit mit unserem Pfarrer Demuth. Noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön dafür.

Mit unserem Abschiedsgeschenk wollen wir diese Wertschätzung deutlich zum Ausdruck bringen.